Mittwoch, 20. Februar 2013

History - His Story


Silvers Circus.
Ein großer Zirkus. Ein großer Name. Eine große Vergangenheit.
Eine große HISTORY!
Und damit sind wir bereits beim Thema dieses Rundbriefes angelangt:
Die Geschichte des Zirkus.

Zunächst will ich euch vom AKTUELLEN Teil der History berichten – der Gegenwart.
Denn:
ICH BIN VON NUN AN EIN UNVERGESSLICHER TEIL DES SILVERS CIRCUS!
Denn, wie sagt man so schön? Das Internet vergisst nichts :)

Ja, und für mich war es unglaublich schön diese Entdeckung zu machen! :) Freude, Erfolg, und sozusagen ein Meilenstein in meiner Zirkuskarriere :)
Aber: Was für eine Entdeckung? Andreas Kolumbus erreicht neue Ufer?

Ja. Neue Ufer, die ich mir vor wenigen Monaten nicht im Traum hätte ausmalen können:
Unglaublich, aber wahr:
Bilder von mir zieren nun den offiziellen Internetaufritt des SILVERS CIRCUS! :)

Alle Performer sind dort vertreten. Unser Jongleur, die Seiltänzerin, der Zauberer und seine Assistentinnen und nuuuuun auch ich :)
Alles begann mit einem großen Fotoshooting während der Zirkusshow – um Clown Augusto sozusagen in Bildern festzuhalten :)
Aber nicht nur das, denn noch ein weiterer Höhepunkt stand an.
Um mir einen Gefallen zu tun wurden keine Mühen gescheut:
Und so wurde nach der Show noch einmal die GLOBE OF DEATH aufgebaut – und die 3 Globe-Rider holten ihre Motorräder!

Und alles nur aus einem bestimmten Grund:
Ein Fotoshooting mit den Jungs der Globe of Death und MIR :)
Ja, es erfüllte mein Herz mit Stolz. Denn:
All der Aufwand, all die Mühen, all die Zeit, die von den Beteiligten aufgebracht wurde.
Und das nur wegen meiner Wenigkeit :) Ja, ich schätze es sehr.

Dann fand das Shooting statt – Spaß, Freude, Kreativität.
Und danach konnte ich es kaum erwarten das Resultat zu sehen! :)
„Höchstneugierig“ beschreibt in etwa meinen damaligen Gefühlszustand.
Dann war es soweit: Am nächsten Tag durfte ich die Bilder begutachten:
I c h - W a r - G l ü c k l i c h.
Mächtige Fotos wurden da geschossen! Die mich wohl noch mein ganzes Leben noch an diese Zeit hier erinnern werden :)

Doch damit nicht genug: Diese Bilder sind nun nicht nur für „meinen privaten Gebrauch“, wie sich herausstellte. Nein.
Sie wurden offiziell online gestellt – Im Namen des SILVERS CIRCUS!
Und sind somit nun für die Öffentlichkeit zugänglich :)

Und als ich dann noch die zugehörigen Bildunterschriften des Silvers Circus gelesen habe, da war mein Glück vollkommen :) :) :)
Ich war wohl endgültig angekommen im Kreise des Zirkus, was für eine Wertschätzung :)

Du willst dich überzeugen? :) Willst sehen, von was ich spreche? :)
Hier der aktuelle Internetauftritt des Silvers Circus auf Facebook und die Bildunterschriften:

Here at Silvers we have talent from all around the world, Germany, Argentina, Australia.. you name it we got it :o)

Das war der offizielle Kommentar der „Silvers Circus Page“
Was ich hier anmerken will: Ich bin der einzige deutsche Performer im Zirkus! :)

Ja, und da die Öffentlichkeit die Fotos kommentieren kann, forderte eine Leserin sogar:

Well bring that talent to Sydney!!! - Natalie Tauveve


Das zweite Foto zeigt die Crew der GLOBE OF DEATH mit mir :)

Our Mighty Globe Riders.

Unter diesem Bild wurden mehrere Leserkommentare verfasst. Ich will nur eine kleine Auswahl erwähnen, sozusagen das „BEST OF“:

We saw your show at Rosebud. It was amazing. Well done and keep up the great work !! - Cathie Steele

Unbelievably awesome thanks - Belle Clarke

Awesome pic - Lisa Westlake 






Und noch ein weiteres Foto ist zu sehen – vielleicht sogar das Beste.
Im Laufe des Fotoshootings habe ich nämlich den Weg in die „GLOBE OF DEATH“ gefunden – ich stand in der Mitte!
Es war ein verrücktes Gefühl :)

One lucky gentleman experiencing the thrill of being inside our Globe!


Brave man! - Anna Maria Drutzel

One crazy gentleman!! - Lisa Westlake


Ja, es war wahrhaftig verrückt in der GLOBE OF DEATH! Und ich habe es dennoch gemacht :)
Es ist ein schmaler Grad zum Wahnsinn, den ich wohl an diesem Tag überschritten habe! :)
Hier das Video, seht selbst:



Du bist gespannt auf die anderen Aufnahmen des Fotoshootings? Willst Momentaufnahmen aus der Show sehen? – DIESER RUNDBRIEF MACHTS MÖGLICH :)










Ja, das sind für mich unvergessliche Bilder – einer unvergesslichen Zeit. :)
Und für euch ein Einblick in die Gegenwart des Silvers Circus.

Die Gegenwart? Ja, Ich habe euch bislang nur über die aktuellen Erlebnisse im Zirkus berichtet.
Du weißt bislang nichts über die History? Die Vergangenheit?
Die Hintergründe der Zirkusfamilie sind dir nicht bekannt? Anton Gasser sagt dir nichts?

Es ist HÖCHSTE Zeit dass ich dir davon erzähle! Spannend, unglaublich, mitreißend.
Denn: Die Familie von Anton Gasser ist wohl DAS „Bilderbuchbeispiel“ einer wahren Zirkusfamilie.

In unzähligen Gesprächen im Laufe der letzten Zeit konnte ich mehr und mehr über das Leben von Anton Gasser und sein Umfeld herausfinden, seine Geschichte erkunden, die Lücken schließen, und all meine Fragen wurden beantwortet.
Und in diesem Rundbrief möchte ich euch teilhaben lassen.
HIS STORY –
Die Geschichte des Zirkusdirektors Anton Gasser!

Ich möchte mit einem Satz beginnen, der sich vermutlich in einigen Köpfen von euch befindet:
„Man muss zum Zirkusleben geboren sein!“
So stellt man sich das vor: Die Leidenschaft zum Zirkus befindet sich im Blut!
Und wird so von Generation zu Generation weitergegeben. Sprich:
Von den Eltern an die Kinder, von den Kindern an die Enkel, von den Enkeln an die .. – nun gut, ihr wisst was ich meine :)

Doch wenn man dann genau überlegt, stellt sich einem dennoch die Frage:
Wer hat denn als erster den Schritt ins Rampenlicht gewagt? Wer hat diese „Leidenschaft im Blut“ entdeckt? Wer wurde zum funkelnden Stern in der Manege?

Da muss man in der Familie Gasser nicht nur Jahrzehnte, nein, gar JAHRHUNDERTE in die Vergangenheit zurückgehen. Wir befinden uns im Jahre 1437!
Die Zeit der mutigen Ritter und Könige - Das Mittelalter!
Und wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, der weiß, dass das Internet und Fernsehen erst später „erfunden“ wurde! :)
Puh. Da fragt man sich, was die Menschen damals mit ihrer vielen Zeit angefangen haben. Was wurde zur Unterhaltung geboten? Was waren sozusagen die „Vorfahren“ der Unterhaltungsmedien?
Und diese Frage mündet direkt in die Ursprünge dieser Zirkusfamilie:
Die Vorfahren von Anton Gasser unterhielten bereits damals die Menschen – als Gaukler.
Gaukler? Ich persönlich bevorzuge das Wort „Hofnarr“, aber das hat natürlich weniger Stil :)
Back to topic: Das muss man sich vorstellen - Ja, sich wahrhaftig auf der Zunge zergehen lassen: Seit dieser Zeit wurde die Leidenschaft um Menschen zu unterhalten weitergegeben.
Von Generation zu Generation. Und so wurden aus den Anfängen als „Hofnarr und Gaukler“ eine ganz eigene Art der Unterhaltung: Der Zirkus war geschaffen.

Der Stammbaum wuchs. Die Jahrhunderte vergingen.
Bis dann vor knapp 75 Jahren ein Kind in der Schweiz geboren wurde. In einem Zirkus.
Es sollte auf den Namen Anton Gasser hören und aus ihm wurde ein großer Zirkusdirektor.
Mein Zirkusdirektor.

Aber soweit war es noch nicht: Zurück zu Anton Gasser in Kinderschuhen.
Denn damals entdeckte er sein Talent und schaffte den Schritt ins Rampenlicht der Zirkusmanege. Als Artist und Bodenakrobat.
Show für Show, Auftritt für Auftritt begeisterte er die Menschen.
Die Zeit verging und er reifte zu einem Mann.
Einem Mann, dessen Herz von einer gewissen Anna erobert wurde.
Anna, eine junge Artistin – ebenso aus einer Zirkusfamilie – ebenso mit dem „Zirkus im Blut“.
Die Vorzeichen standen gut und so sollte der Stammbaum einen weiteren Zweig erhalten. Ja, die nächste Generation stand in den Startlöchern: Sohn Tony wurde geboren!

Und dann wagten sie das Risiko: Vor knapp 40 Jahren wanderten sie nach Australien aus.
Ohne Geld und ohne Zirkuszelt traten sie ihre Reise an. Sozusagen ein kompletter Neuanfang.
Ein gewagter Schritt? Ist wohl noch untertrieben.
Nur die eigenen Fähigkeiten und ihren kleinen, mittlerweile 6-jährigen Sohn Tony hatten sie im Gepäck.
Du denkst das reicht nicht, um einen Zirkus mit Weltformat aufzubauen?
Richtig! Man braucht besagte „Leidenschaft im Blut“.

Und so begeisterten Anton und Anna auch am anderen Ende der Welt die Menge mit ihrem Talent.
Doch damit nicht genug:
Auch ihr Sohn Tony wurde bereits mit 7 Jahren Artist und hatte mit seinem Vater zusammen Auftritte.
Und was unglaublich ist:
Mit 12 Jahren wurde er jüngster Löwendompteur in der australischen Geschichte.

Sie wurden erfolgreicher, es wurde ein eigenes Zelt gekauft, Artisten angestellt.
Schritt für Schritt nahm der eigene Zirkus Kontur an.

Und auch der Weg der Zukunft wurde geebnet:
Eine weitere Tochter und kurz darauf auch ein weiterer Sohn erblickten innerhalb von 2 Jahren das Licht der Welt in ihrem Zirkus – vor etwa 35 Jahren.
Sie hören auf die Namen Rosita und Dominik Gasser – auf dem Foto rechts zu sehen!
Und sie sind beide talentiert. Wie ich aus eigener Erfahrung berichten darf.
Denn: Beide sind bis zum heutigen Tag hier im Silvers Circus als Performer aktiv – sozusagen meine Arbeitskollegen :)
Dominik Gasser? Ja, es handelt sich um meinen Clownpartner :)
Zurück zur Vergangenheit: Mit diesem starken Nachwuchs war der Aufstieg grandios:
Besser, größer, spektakulärer.
Nach und nach wurde ein Zirkus mit Weltformat aufgebaut.
Der zu den „10 besten Zirkussen der Welt“ berufen wurde.

Und nun sind wir wieder bei der Gegenwart angelangt – dem aktuellen Teil der Geschichte.
Womit sich der Kreis schließt.
Denn wie ich euch bereits zu Beginn dieses Berichts erzählt habe, habe ich die Ehre nun ein Teil davon zu sein :)

Aber vermutlich stellt sich dir noch eine Frage:
Gibt es noch andere Nachfahren der Gaukler vom Jahre 1437? Andere Zirkusfamilien?
Blühen auch die restlichen Zweige des Stammbaumes im Scheinwerferlicht?

Ja, auch ich habe mir diese Frage gestellt. Und ich konnte die Antwort finden.
Von Zirkusdirektor Anton Gasser persönlich.
Aus den Wurzeln der Gaukler im Mittelalter entwickelte sich eine große Zirkusdynastie!
Talente, Künstler, Akrobaten. Die Nachfahren dieses Ursprungs ziehen ihre Kreise in ganz Europa!
Die Verwandtschaft von Zirkusdirektor Anton Gasser betreibt über ein dutzend Zirkusse auf dem europäischen Kontinent und weitere hier in Australien.

Selbst in Deutschland sind bis zum heutigen Tag aktive Zirkusse der Gasser-Dynastie unterwegs und unterhalten Menschen.
Hört sich relativ unglaublich an. Ist aber wahr! Wie ich selbst feststellen durfte:
Ihr erinnert euch an den Zeitungsartikel über mein Leben im Silvers Circus in der „Schwäbischen Zeitung“?
Kurz darauf landete eine Email in meinem Posteingang. Von einem gewissen Peter.
Er habe bereits unter Conny Gasser in einem Zirkus in Deutschland gearbeitet und würde nun gespannt meine Zirkuskarriere in meinem Blog mitverfolgen.
Natürlich habe ich meinem Zirkusdirekor Anton direkt berichtet, und er meinte:
„Conny Gasser? Ja, das ist mein Cousin“
Und wieder einmal ein Beweis: Die Welt ist klein!


Nun hat dieser Bericht seinen Zweck erfüllt. Ihr kennt nun die vergangene und die aktuelle History des Silvers Circus und die Überschneidung mit „His Story“, der Lebensgeschichte von Anton Gasser und seiner Verwandtschaft.

Doch eines habe ich bislang nicht erwähnt. Die Zukunft.
Die Zukunft des Stammbaumes – die Zukunft des Silvers Circus.
Ja, der Zirkus bleibt in der Hand der Familie Gasser!
Dominik Gasser, mein Clownkollege, wird zukünftiger Zirkusdirektor!

Und der Stammbaum? Wird er neue Zweige bekommen?
Ich kann nur eines sagen: Dominik hat bereits die Frau für sein Leben ausgewählt. Jessica. Beide auf dem Foto zu sehen.

AUSGEWÄHLT? Ja, wahrhaftig ausgewählt.
„Ausgewählt“ im wahrsten Sinne des Wortes - Eine unglaubliche Story!

Ja, Dominik ist bereits seit Jahren etablierter Clown.
Dabei hat er vor einigen Jahren bei der Zirkusshow eine Dame auf die Bühne geholt.
Jessica. Es war ihre erste Begegnung. Auf der Manege.
Doch wie konnte sich daraus etwas entwickeln?
Unglaublich, aber wahr: Am Ende des Auftritts hat er sie mitgenommen hinter den Vorhang und ihr seine Telefonnummer zugesteckt.
Und mittlerweile ist Jessica fester Bestandteil des Silvers Circus und sage und schreibe letzten Monat haben sie das 8-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft gefeiert.
Pssst: In der Zirkusfamilie hier wird auch schon darüber spekuliert, dass Nachwuchs in Planung ist :)
Wir befinden uns also vermutlich nicht am Ende des Stammbaumes und so dürfen wir gespannt sein, welche Künstler noch aus der Familie Gasser hervorgebracht werden :)

Ich persönlich stelle mir bereits den Nachwuchs von Dominik und Jessica vor.
Ein kleiner „Gasser Junior“ der eines Tages fragt:
„Duuuuhu, Papa? Wie habt ihr euch damals kennengelernt?“
„Es war einmal ein Clown..“

Ja, eine unglaubliche Story. Welcome to the circus.

Ich grüße euch hiermit herzlich
Dein
Andreas :)

Freitag, 8. Februar 2013

Der fliegende Oberschwabe!



Ladies and gentlemen, boys and girls, children of all ages!
Brought to you by Silvers Grand Magic Circus:
The attraction you’ve all been waiting for…

HEIß ANGEKÜNDIGT! Eine neue Attraktion?
Ja. Es gibt eine sogar eine BRANDNEUE Attraktion in unserem Zirkus.
Sagte ich IN unserem Zirkus? Falsch.
Diese Attraktion lässt schon VOR dem Zirkuszelt auf sich warten. Und lässt bereits echte Zirkusstimmung aufkommen, wenn man unser Zelt noch gar nicht betreten hat.

Hört sich spannend an. Doch was verbirgt sich denn nun dahinter?

THE FLYING TRAPEZE!

Wer würde denn nicht gerne mal sein Talent in Sachen „Zirkusakrobatik“ ausprobieren?
Vermutlich jeder hat den Traum.
Unser Zirkus hat nun in Kooperation mit dem „FLYING TRAPEZE CENTER AUSTRALIA“ diesen Traum zur Realität gemacht.
Und so wurde in Rosebud dann zum ersten Mal die „Flying Trapeze School“ vor unserem Zirkus aufgebaut.
Die Trainingsanlage seht ihr auf diesem Bild – das war der Standort in Rosebud.


„Have fun, get fit, learn to fly“
Das ist ihr Werbeslogan.
Man kommt ins träumen:
„Fliegen lernen“!
Hört sich attraktiv an, das würde man liebend gerne mal ausprobieren.
Das hat sich damals der „Schneider von Ulm“ gedacht und auch ich hatte nun nahezu dieselbe Vision wie er:
Ich wollte mein Glück versuchen! :)
Doch wird mein Vorhaben unter einem besseren Stern stehen als sein Versuch damals? Wir werden sehen :)

Zunächst plauderte ich mit den Experten des „Flying Trapeze“!
Sie haben ihre Wohnwägen nun auch bei den unseren stehen, und so kam ich mit ihnen ins Gespräch. Ein wenig gequatscht und tadaaaa: Schon hatte ich eine Einladung für eine Trainingsstunde!

Der erste Schritt war gemacht. Dann ging es in die heiße Phase:
Mentale Vorbereitung, dann Sportoutfit angelegt und schließlich machte ich mich zielbewusst auf den Weg zum Trapez!
Zielbewusst? Ist ja fast noch untertrieben :)
Man hätte meinen können, ich mache mich gerade auf den Weg um die Goldmedaille bei den olympischen Spielen zu gewinnen!
Aber gut. Soweit war es noch nicht. Erstmal stand meine erste Trainingsstunde auf dem Plan.
Ein guter Anfang war allerdings geschaffen, denn wie gesagt: Meine Körpersprache war schon mal olympiareif :)

Aber entgegen der ganzen Vorfreude wurde nicht direkt „losgeflogen“.
Eine gute Vorbereitung muss eben sein:
Zunächst staubige Theorie und im Anschluss daran „Trockenübungen“ um optimal vorbereitet zu sein.

ABER DANN WAR DER MOMENT DER WAHRHEIT ANGEBROCHEN – Der erste Flug.
Ich kletterte den langen Weg auf der Leiter entlang nach oben zur Plattform, die sozusagen zu meiner „Abflugsrampe“ werden sollte.
Und um noch mal auf die olympischen Spiele zurückzukommen:
In der Disziplin „Nervenflattern“ hätte ich vermutlich die Goldmedaille abgeräumt :)


Dann machte ich mich bereit: Laut Theorie muss man sich an den äußersten Rand der Plattform stellen. WAHRHAFTIG an den äußersten Rand:
Die Zehen müssen aus der Plattform hinausragen– sprich: Sie sind bereits in der Luft.
Bereits der erste ADRENALINKICK. Dann der große Moment des Absprungs.

Und ein unglaubliches Gefühl von Freiheit. Man spürt den Luftzug an sich vorbeiziehen.
Und im Kopf ist genau ein Gedanke – hinterlegt mit einer allzu bekannten Melodie:

I BELIEVE I CAN FLY!
I BELIEVE I CAN TOUCH THE SKY!

Ja, alles Adrenalin in meinem Körper hat sich vermutlich innerhalb von Sekundenbruchteilen in  Glücksgefühle verwandelt.
Anders kann ich mir diese Freude nicht erklären :)
Als ich dann wieder festen Boden unter den Füßen hatte fühlte ich mich ein wenig wie „Prinz Eisenherz“. Mit stolzer Brust schaute ich zurück auf den bezwungenen Gegner:
Ich hatte das Flying Trapeze geschafft :)

Und diese Freude blieb eine gefühlte Ewigkeit erhalten.
Als sich der Tag dann dem Ende neigte, habe ich mit diesem Erfolg im Rücken vermutlich einen neuen Rekord im „flink einschlafen“ aufgestellt :)

Die Tage vergingen und sobald sich zwischen den Zirkusshows etwas Zeit ergab, setzte ich alles daran, eine weitere Trainingsstunde auf dem Flying Trapeze zu absolvieren.
Mit Erfolg :)
Und so hatte ich die Chance, neue Tricks einzustudieren – sogar ein sogenannter „Catch“ ist mir gelungen.
Wie auf dem Bild zu sehen ist noch eine weitere Person in diesen Trick involviert, die mich in der Luft mit den Händen fängt :)

Ach und weißt du, was ein besonderer Nervenkitzel ist?
Stell dir vor, die absoluten Profis auf dem Trapez sehen dir zu. Ja, hin und wieder schauten nämlich nicht nur die Übungsleiter, sondern auch die Performer unserer Show bei der Trainingsstunde zu.
Puh, die kritischen Augen der Experten - das ist natürlich eine Herausforderung!
Aber ich ließ mich nicht abschrecken, sondern ließ mir gerne Tipps geben: So konnte ich meine Fähigkeiten weiter ausbauen :)
Und im Laufe meines Trainings hatte ich dann eine Erkenntnis.
Es ist nicht die Art von „Lebenserkenntnis“, die mich einen riesigen Schritt in meiner Persönlichkeit voranbringt, nein. Es ist eher eine Erkenntnis der „etwas anderen Art“.
Denn:
Ich wäre gerne in Holland geboren.

Ja. Ehrlich. Du fragst dich jetzt vielleicht:
Ein HOLLÄNDER? Er muss beim Training auf seinen Kopf gefallen sein! Oder bekommt ihm etwa die australische Sonne nicht gut?

Ich kann euch beruhigen. Ich bin bei klarem Verstand :) Aber stellt euch nur mal eines vor:
Andreas Schaible – alias der „FLIEGENDE HOLLÄNDER“ :)
Aber nun gut – Schluss mit der Träumerei.
Der „fliegende Oberschwabe“ hat schließlich auch seinen Reiz und man muss sich auch mal zufrieden geben. :)

Du willst die „Flugkünste“ sehen? Am besten als Video?

BÜHNE FREI für den „FLIEGENDEN OBERSCHWABEN“:




So. Video gesehen? Du musstest ein wenig lachen? Nun gut.
Das waren eben die Flugkünste des „Schneiders von Baustetten“ – und die weiche Landung :)
Weißt du was? Ich für meinen Teil bin froh, dass wir keine Jury hatten!
Stellt euch vor: Haltungsnoten auf einer Skala von 1 bis 10.
Puh, ich will gar nicht daran denken.
Vermutlich hätten sie noch Antrag auf eine Skala im Minusbereich gestellt :)

Aaaber mittlerweile habe ich meine Fähigkeiten gesteigert und nun gelingt mir sogar der Absprung vom „Catch“ zurück zur ersten Stange und nahezu habe ich bereits den nächsten Schritt geschafft: Die Rückkehr zur Plattform :)
Aber man muss sich ja Ziele bewahren im Leben!



So. Und nun gehen wir von der luftigen Attraktion VOR dem Zirkuszelt in eine große Attraktion, die sich INNERHALB unseres Zeltes abspielt:
Ich möchte euch von unseren FOOTBALL DOGS berichten!
Football Dogs? Ja, diese Hunde können Football spielen!
Und sie erfreuen sich großer Beliebtheit: Football ist DER Sport in Australien :)

Und ihre Show ist nicht nur für Hunde- und Sportliebhaber ein absoluter Leckerbissen:
Nein. Jeder der ihren Auftritt sieht, wird sie wohl in Erinnerung behalten:
Aufgeteilt in 2 Teams stürmen sie in unserer Show auf die Bühne und gehen auf Torejagd.
Sagte ich „aufgeteilt in 2 Teams“? Ja, die Hunde tragen Trikots!
2 Teams – 2 Rivalen der australischen Football-Liga:
Hawthorn VS Collingwood!
Schnell sind auch auf den Zuschauerrängen zwei Parteien entstanden, die ihre jeweiligen Teams anfeuern!
Und so ist die Stimmung bei den Zuschauern am brodeln und wird im Laufe des Matchs immer mehr aufgeheizt.

Hawthorn und Collingwood sagt dir nichts? Dann stell dir vor, die Hunde würden Trikots des FC Bayern und des VFB Stuttgart tragen.
Ja, ehrlich, da werden echte Männerfreundschaften auf die Probe gestellt :)

Wie erwähnt: Die Football Dogs sind der echte Knaller!

Und aus diesem Grund wurde selbst das australische Fernsehen auf unsere Zirkusshow aufmerksam!
Ein Kamerateam mit voller Ausrüstung und Montur stattete unserem Zirkus einen Besuch ab.
Sie bereiteten alles für ihre Drehaufnahmen vor, bauten ihre Kamera auf und haben somit während unserer Zirkusshow gefilmt.
Das war selbst für mich als „Clown Augusto“ aufregend. Man hat schließlich nicht jeden Tag ein Kamerateam des australischen Fernsehens in der Vorstellung und so war es ein großer Ansporn, mich von meiner besten Seite zu zeigen :)
Es war absolut klasse und ich habe das Clowning total genossen :)


Dann war der Auftritt der Football Dogs an der Reihe:
Wieder einmal stürmten sie auf die Bühne um die Zuschauer zu begeistern!
Was ist eigentlich ihr Spielgerät? Ein normaler Football?
Nein. Die Hunde wurden auf Luftballons trainiert.
Sprich: Im Schnitt brauchen sie im Laufe ihres Auftrittes ungefähr 6 neue Spielbälle, da ein Luftballon natürlich nicht unzerstörbar ist! :)
Und das ist direkt die fließende Überleitung zu meiner Aufgabe:
Ich bin dafür verantwortlich, den neuen Ball wieder in den Spielbetrieb zu bringen.
Sprich: Auch ich bin auf den Fernsehaufnahmen zu sehen :)

Direkt nach der Show haben sie dann ein Interview mit Hundetrainer und Dresseur Michael Harrison im Zirkuszelt geführt.
Die Drehaufnahmen ließ ich mir natürlich nicht entgehen :) Es war interessant :)

Dann wollten sie für ihre Dokumentation weitere „Spielszenen“ der Hunde aufnehmen und so kam auch ich noch mal zum Einsatz.
Da nun keine Zuschauer anwesend waren, konnte sich das Kamerateam „mitten im Spielbetrieb“ aufhalten und dort ihre Aufnahmen „hautnah“ machen.
Aber ihr müsst wissen: Die Hunde machen auf der Jagd nach dem Luftballon hohe Luftsprünge! Gut, an sich wäre das ja kein Problem :)
Aber wenn ihr euch dann aber dazu die Position des Kameramanns auf dem Bild rechts anseht, könnt ihr vielleicht kombinieren, was wohl die logische Folge sein wird. Was wird passieren?
Nun, Sherlock Holmes? Eine Idee?
Kannst du die zwei Puzzleteile zu einem „großen Ganzen“ zusammenfügen?
Ich will dich nicht auf die Folter spannen:
Wie zu erwarten sind die Hunde an ein „unbekanntes Objekt“ wie eine Videokamera in ihrem Spielfeld nicht gewöhnt. Ja, und so landete einer in seiner Verwirrung – ZACK - direkt auf dem Objektiv.
Sowohl der Hund als auch der Kameramann sind bei dieser Aktion gleichermaßen erschrocken – und ich musste mir das Lachen verkneifen :)
Psssst. Hoffentlich hat es keiner gesehen – und hoffentlich keiner gefilmt :)
Das stelle man sich mal vor, die Schlagzeile im Fernsehen:
Deutscher Backpacker lacht australischen Kameramann aus.
Und sie hätten sogar einen Videobeweis :)


So. Abschließend kann ich sagen:
Ich werde tatsächlich im australischen Fernsehen zu sehen sein :)


Und die Moral von der Geschicht´?
In Australien werden nicht nur komplett niveaulose Dinge wie das „DSCHUNGELCAMP“ gedreht! :)


Und jetzt zu einem ganz anderen Thema:
Letzte Woche wurde mir ein Stück Heimat gebracht!
Ich hatte Besuch aus Oberschwaben – Ja, sogar  aus dem Herzen Oberschwabens! WAHRHAFTIG :)
Man stelle sich vor:
Ich befinde mich derzeit exakt

16.292 km

vom Ortsschild Baustetten entfernt. Verrückt. Und dennoch:

Julia Maucher aus Obersulmetingen und ihre Freundin aus Schönebürg haben mich besucht im Zirkus! JA ES IST WAHR :) Sie durften meine Show als Clown auf der Zirkusmanege LIVE begutachten :) Ich sehe schon: Vermutlich werden wir noch in 10 Jahren von diesem Treffen im Zirkus reden :)
Wie es dazu kam?
Die Beiden sind auch als Backpacker in Australien unterwegs und ich habe mitbekommen, dass sie gerade in der Nähe unseres Showgrounds sind.
Und „schwuppdiwupp“ habe ich ihnen das Angebot gemacht, mich im Zirkus zu besuchen :)
Dass es aber klappt, konnte ich erst wirklich glauben, als sie unter dem Zirkuszelt standen :)
Und ich habe ihnen dann Tickets besorgt und sie durften auf den Zuschauerrängen Platz nehmen :) Tatsächlich, sie waren da!
Verrückt, oder? Da ist man am anderen Ende der Welt – in einer völlig anderen Umgebung und dann trifft man alte Bekannte aus dem Nachbardorf :)

Sie waren total interessiert an meinem Leben hier im Zirkus und so habe ich ihnen zunächst in meinem Wohnwagen ein paar Fotos gezeigt. Im Anschluss daran habe eine Backstage-Führung gemacht - ihnen sozusagen die Welt hinter den Kulissen gezeigt.
Zur Feier des Tages habe ich sie dann sogar in der Zaubertrick-Falltüre verschwinden lassen – Aber das ist Geheim! Ich komme sprichwörtlich in „Teufels Küche“ wenn jemand Wind davon bekommt :)
Aber gut, als alter Schlawiner weiß man:
Ein bisschen Nervenkitzel macht das Leben spannend :)

Ja, und abschließend führte ich sie in die Umkleide vom Zauberer und mir! Glücklicherweise war Magier Simon gerade nicht beim Umziehen.
Puh, stellt euch das mal vor: Einen verärgerten Zauberer.
Da müssen wir froh sein, dass wir nicht in 3 deutsche Bratwürste verwandelt wurden.
Aber glücklicherweise ist alles gut gegangen und sie waren begeistert von der „Backstageführung im Zirkus“. Das hat man schließlich nicht alle Tage :)

Und da wir gerade beim Thema „Heimat“ sind:
Eine Bekannte ist gerade dabei eine Facharbeit für ihr Abitur zu machen.
Es handelt sich um einen Theaterkurs und sie wird eine Mappe zum Thema „Clown“ gestalten. Für ihr Projekt wollte sie nun ein Interview mit einem „echten Spaßmacher“ und so werden jetzt meine Antworten zur Frage „Wie werde ich Clown in einem Zirkus?“ in ihrer Arbeit stehen :)
Als Gegenleistung habe ich eine Exemplar ihrer Ausarbeitung verlangt – um mein Wissen über Clowns noch zu erweitern :) Man muss sich schließlich weiterbilden :)

So. Das waren die aktuellsten Infos aus meinem Zirkusleben, ihr seid nun auf dem neuesten Stand!

Nur eines noch: Von einem Kollegen hier im Zirkus konnte ich mir die Gitarre ausleihen :)
Und nachdem ich euch im letzten Rundbrief bereits ein Bild von der Hängematte geschickt habe, habe ich nun THE NEXT LEVEL der Entspannung erreicht – wie auf dem Bild zu erkennen :)
Traumhaft.

Ja, und nun ist es wieder an der Zeit: Wir werden zur nächsten Station ziehen: Pakenham.
Für eine Woche wird unser Zelt aufgeschlagen :)

Ich schicke euch sonnige Grüße in die verschneite Heimat!

Andreas :)

Sonntag, 3. Februar 2013

A kind of MAGIC...



ZAUBEREI? MAGIE? Gibt es das tatsächlich?
Sei ehrlich: Auch du hast schon in manch einer Zaubershow an deinem Verstand gezweifelt.
Wie funktioniert der Trick? Wie macht der Zauberer das?

Ja, ungefähr IMMER schwebt der Mantel des Schweigens über den Tricks der Zauberer -
Wie ihr wisst verbietet der Ehrenkodex die Tricks zu verraten.
Es gibt nur eine Möglichkeit diese Hürde zu überwinden:
Man wird selbst Zauberer! Oder gibt es etwa auch eine andere Möglichkeit?

Dazu eine Geschichte:
Ich persönlich wirke bei uns im Zirkus mittlerweile bei einem Zaubertrick auf der Bühne mit –
Ja, ich darf mich Teil der so genannten FIRE SPIKER ILLUSION nennen.
Der wohl verblüffendste Trick in unserer Show.
Wie bereits der Name sagt ist Feuer mit im Spiel – was dem Ganzen die entsprechende Würze verleiht.
Ich bin dabei während dem gesamten Trick auf der Bühne.

Links bin ich – Mitte Emma – Rechts Rudolf
Zauberer Simon befindet sich noch nicht auf der Bühne!

Direkt zu Beginn dieser Performance wird Emma von mir und einem Kollegen in die Kiste getragen. Sprich: Wir tragen sie auf Händen.
Mit einer Fackel werden dann lange und spitzige Metallstäbe in Brand gesetzt.
Auf diesem Foto übergibt mir Zauberer Simon die Fackel.
Dann durchsticht unser Magier die Box - in der sich Emma befindet.
Ein Raunen geht durchs Publikum.
Dann zaubert Simon aus der besagten Box eine unverletzte Emma wieder hervor und sogar noch eine weitere Dame namens Faustine. WOW.

Zauberei? Vermutlich schon.

Emma wird dann erneut von mir auf Händen getragen – wie ihr seht.

Dann begebe ich mich auf die Knie und es gibt eine Tanzeinlage, in der ich von Emma auf der Bühne umtanzt werde.


Unvorstellbar? Was genau spielt sich da auf der Bühne ab?
Ich habe einen Videomitschnitt für dich :)




Als mich der Zauberer Simon für diese „FIRE SPIKER ILLUSION“ ausgewählt hat war ich zunächst kritisch. Ich hatte Anfangs bedenken.
Ich sollte also NOCH MEHR Verantwortung während der Show übernehmen?
Sollte nun also den Clown performen, die Falltüren bei dem anderen Zaubertrick innerhalb von Sekunden öffnen, dem Jongleur die Keulen und Ringe zuwerfen, nebenher die Rauchmaschine bedienen und von kleineren anderen Jobs ganz zu schweigen.
Puh. Wie gesagt, ich war kritisch.
Da Zauberer Simon aber nicht nur ein „Arbeitskollege“, sondern auch gleichzeitig ein guter Freund von mir ist, habe ich ihm meine Bedenken ehrlich mitgeteilt und mich mit ihm darüber unterhalten.
Für euch zur Info: In unserer Show verkörpert er auch den Moderator, er ist sozusagen ein „Herr der Worte“.
Und so reichte genau EIN Satz von ihm aus, um in mir eine unglaubliche Motivation zu wecken:

„Andreas, manchmal muss man sich selbst einem gewissen Druck aussetzen,
um zu erkennen, wie gut man wirklich ist.“

Ja, und so suchte ich diesen „gewissen Druck“ und wollte die Herausforderung meistern – jegliche Bedenken waren verschwunden. Ja, ich werde es machen!
Ehrlich, es löste in mir einen unglaublichen Willen aus und so muss ich sagen:
Ich war ihm sehr dankbar.

Um mich dann auf die Show vorzubereiten wurden einige Proben für den Zaubertrick angesetzt, zunächst der grobe Ablauf, dann mit Sound- und Lichteffekten um den „Ernstfall“ zu simulieren. Dann war ich bereit. IT´S SHOWTIME!
JA, auch die nächste große Premiere nach meiner Clownperformance ist GELUNGEN :)
Ich muss zugeben, die ersten paar Shows spürte ich noch relativ viel Druck, aber mittlerweile bin ich schon total daran gewöhnt, mit dem Zauberer aufzutreten :)
Ja, ich musste mal wieder feststellen: Man gewöhnt sich an alles! :)

Der Mensch passt sich seinen Lebensumständen an – auch wenn sie noch so unglaublich sind.
Und so habe ich mich auch daran gewöhnt, dass ich mich mittlerweile jede Zirkusshow mehrmals umziehen muss :)
Vom „normalen Arbeiter“ zu „Clown Augusto“, dann wieder abschminken zum „normalen Arbeiter“ bis ich dann in mein Outfit für den Zaubertrick schlüpfe:
In der Umkleide von Zauberer Simon wurde dazu für mich ein schlichtes, schwarzes Hemd und ein passender schwarzer Hut bereit gelegt.

Psssst! Um ehrlich zu sein:
Vielleicht wäre ich lieber in eine Modenschau statt in einem Zirkus eingestiegen! Dann hätte ich vermutlich weniger Stress mit umziehen! :)
Aaaaber gut, Spaß beiseite :) Ich will mich ja auch nicht beschweren :)
Ich verkörpere verschiedene Charaktere während der Show und so spielen die entsprechenden Outfits eben auch eine entscheidende Rolle!

Und um ehrlich zu sein: Das viele Umziehen hat ja auch seine Vorteile:
Dadurch, dass Zauberer Simon und ich dieselbe Umkleide benutzen, hat sich unsere Freundschaft noch verstärkt.
Ja, man kann ja fast behaupten dass sich der Status unserer Freundschaft mittlerweile auf dem Level „digge Kumpels“ befindet.
Ja, und „digge Kumpels“ setzen sich auch gerne mal nach der letzten Show des Tages in gemütlicher Runde zusammen vor den Wohnwagen – sozusagen Simons Terrasse.
Nachdem wir dann zu Abend gegessen hatten, befürchtete ich, dass er tatsächlich ein Magier ist: Seine Fähigkeiten in der Küche grenzten an Zauberei!
Ja, und mein in letzter Zeit etwas vernachlässigter Backpacker-Gaumen war absolut verzückt :)
Und bei einem Glas Rotwein erzählte er mir danach von seinen Geschichten im Zirkus.
Er hat eine Menge an Lebenserfahrung und ist seit knapp 30 Jahren im„Zirkus-Business“.
Dann war es soweit: Trotz meiner begrenzten Lebenserfahrung konnte ich ihm einen Tipp geben! Seine Tochter wird demnächst die Schule beenden und nun steht bei ihr nun auch ein Auslandsaufenthalt zur Debatte.
Ich konnte ihm dann aus meinem reinsten Gewissen berichten, dass es in meinem Falle die wohl bislang beste Entscheidung meines Lebens war!

So, aber jetzt zurück zur Zauberei:
Immer wenn wir mit unserem Zirkus zur nächsten Station weiterziehen, dann muss auch die Zaubererbühne zusammengepackt werden.
Sprich: Alles was sich hinter dem roten Vorhang befindet.

Darum kümmert sich natürlich Zauberer Simon höchstpersönlich und eine weitere Person:
Das bin ich :)
Hinter dem Begriff „Zaubererbühne“ verstecken sich ALLE Gegenstände, Kisten, Umhänge und Tücher die ein Zauberer in seiner Arbeit so benötigt.
Wir kümmern uns also um die Magie: Alles muss verstaut und verpackt werden und somit habe ich Einblick in die kompletten Utensilien von Simon.
Und so manch einen Zaubertrick konnte ich bereits entlarven :)
Na gut, wir wollen nicht untertreiben: Ich kenne mittlerweile ALLE Tricks.
Und wisst ihr was:
MIT DIESEM WISSEN KANN ICH DIE WELT EROBERN!
Oder gut, vielleicht fangen wir mal etwas Bescheidener an:
Ich werde in Baustetten einen neuen Ortsteil mit dem Namen „HOGWARTS“ eröffnen und dort „Andreas´ Schule für Hexerei und Zauberei“ gründen.
Anmeldungen werden ab sofort entgegen genommen :)


So. Und jetzt aus der Welt der Zauberei wieder zur Realität!
Ich darf euch vom „AUSTRALIA DAY“ berichten!
Es war das erste Mal, dass ich diesen Nationalfeiertag in Australien feiern durfte :) Die letzten 20, die es in meinem Leben bislang gab, habe ich schließlich in Deutschland verbracht :)

Bei so viel „AUSTRALIA“ an einem Tag habe ich nun den entsprechenden Bericht mit „philosophischen deutschen Weisheiten“ gewürzt :) Ihr werdet sehen – Rot markiert :)!

An besagtem „Australia Day“ waren für unseren Zirkus wieder zwei Shows angesetzt – und da habe ich meinen Auftritt als Clown gleich spontan mit dem „australischen Nationalschrei“ gekrönt :)
Lauthals schrie ich: „AUSSI, AUSSI, AUSSI“ und schon schallte die Antwort aus den Zuschauerrängen zurück zu mir auf die Bühne: „Oi, Oi, Oi“!
(Ja, das ist ungefähr vergleichbar mit dem deutschen „Zicke, zacke, zicke, zacke“ - „Hoi, hoi, hoi“! :))
Da wird doch der Clown in der Pfanne verrückt, dachte ich mir :) Ich landete nämlich einen absoluten Volltreffer mit dieser Aktion, denn damit habe ich den australischen Nationalstolz angesprochen. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie der kraftvolle Schrei der Zuschauer im Zirkuszelt hallte.
Und vermutlich hätte niemand von den Zuschauern einen oberschwäbischen Backpacker hinter dem Kostüm erwartet :)
Weiter geht’s: Die Clownsnase ist rund und eine Show dauert 2 Stunden! Und so war ich nicht der einzige von den Artisten, der die Show mit etwas „Australischem“ ausgeschmückt hat – auch die anderen haben sich etwas einfallen lassen :)

Ja, ich konnte mich an diesem Tag nicht beschweren:
Zunächst hatte ich kein Pech und dann kam auch noch Glück dazu:
Kaum war die erste Zirkusshow an diesem Tage beendet, stand der Knaller an:
„Andreas, du wirst bei der AUSTRALIA DAY PARADE mitlaufen“!
Wie? Was? Verwirrung.
Ich wurde ausgewählt, den Silvers Circus bei der großen Parade durch die Innenstadt von Mornington zu vertreten.
Warum? Wie das? Wie komme ich zu der Ehre?
Wegen meiner Lebensfreude war die Antwort, die ich zu hören bekam. :)
Aha. :) Na da werde ich mich mal von meiner besten Seite zeigen!
Und so schlüpfte ich in mein Kostüm, schmiss mich in Schale, legte mein Make-up an und schon ging die Reise los :)
Ich hatte vom Feeling her ein gutes Gefühl :)
Zusammen mit Cassandra Gasser sollte ich die Parade laufen. Begleitet von unserem Smart – DAS Zirkusauto schlechthin :)
Da wir relativ früh dran waren, konnten wir noch ein wenig das Spiel auf dem Sportplatz nebenan verfolgen. Du denkst es handelt sich um Fußball? Falsch. CRICKET heißt das Stichwort :) ! Ja, nur noch mal zu Erinnerung: Wir befinden uns nicht in Deutschland! Fußball spielt hier keine Rolle :) Als ich dann gerade verzweifelt dabei war, mich mit den Spielregeln vertraut zu machen, war es soweit:
Der Umzug ging los: Mit meiner zweiten Identität als Clown machte ich mich dann auf den Weg, zur Feier des Tages ein paar „Special-offer-Tickets“ für unseren Zirkus zu verschenken und die Menschen am AUSTRALIA DAY glücklich zu machen :) Und mit Witzen und Späßen animierte ich zum Besuch der Vorstellung :) Jeder ist seines Glückes Schmied!
Ich kann euch hiermit verraten:
Als Clown die Straßen unsicher zu machen ist ein großer Spaß!
Ich war ein waschechter Schlawiner! Das volle Programm: Streiche spielen, Unfug machen, frech sein, Kindern die Zunge rausstrecken!
Ich musste mich für nichts schämen – ich bin ja ein Clown :)
Selbst Lollys von kleinen Kindern klauen könnte man sich erlauben – Aaaaber wer wird denn gleich den Clown an die Wand malen? Oder gar Aus einem Clown einen Elefanten machen? – Ich meine das natürlich nur theoretisch! Ich konnte mich zurückhalten und alle Kinder durften ihre Lollys mit nach Hause nehmen! :)
Ja, und während dem Umzug habe ich dann ein paar mal ein Rad geschlagen, mich ein paar mal verbeugt und anschließend Unmengen an Applaus eingesammelt - Als Clown hat man ein dankbares Leben :)
Und überall hörte ich Kinder rufen: „Schau mal ein Clown! Wooooow!“
Und sie freuten sich sehr über ein wenig Aufmerksamkeit oder ein kleines Winken :) Das habe ich auch gerne gemacht :)
Und leider ist es mir erst zu spät eingefallen: Ich hätte eigentlich meine Jonglierkünste auspacken können - ein jonglierender Clown! Hört sich gut an :) Aber leider zu spät!
Dann nach der Parade habe ich mich auf den Weg in einen Shop gemacht, um einen Deal vorzuschlagen: Ich wollte eines der Tickets gegen ein Eis tauschen! :) - Hat geklappt! :)
Im Nachhinein habe ich es dann leider bereut: Ich hätte die Bratwurst nehmen sollen! :)
So. Und gegen Ende unseres Ausfluges habe ich dann eine Australienfahne „stibitzt“!
Ihr müsst wissen: Nach der Show ist vor der Show! An diesem „Australia Day“ stand nämlich noch eine zweite Show an, und so wollte ich mir die Flagge als Accessoire mitnehmen :)
Die habe ich dann während der zweiten Aufführung zu meinem „australischen Schlachtruf“ ein wenig geschwungen :)

FAZIT DES TAGES:
Die Australier pflegen einen unglaublichen Nationalstolz.
Schade, dass es das in Deutschland nicht in der Art gibt. Am „Tag der deutschen Einheit“ ist jeder einfach nur froh einen arbeitsfreien Tag zu haben, aber ich habe noch nie jemanden sagen hören: „Schön, dass ich Deutscher bin!“
Der Vergleich mit dem australischen Nationalfeiertag ist wie Tag und Nacht. Hier wird mit stolzer Brust, Fahnen, Tatoos gezeigt, dass sie stolz darauf sind, Australier zu sein.
Ich für meinen Teil finde, auch wir dürfen und sollten stolz auf unser Land sein – und das nicht nur während der Fußballweltmeisterschaft. So.
ICH HABE FERTIG!



Und nach diesem besonderen Tag geht es jetzt wieder in unseren Zirkusalltag :)
Mittlerweile sind die Schulferien vorbei, das heißt es steht mehr oder weniger relaxen an:
Pro Tag wird es nur noch eine Aufführung geben :)
Und so habe ich viel Zeit mir in unserer Hängematte philosophischen Gedanken zu widmen!

Und mir natürlich neue Gags für die Show zu überlegen :)
Ich versuche stets meine Show zu verbessern. Und darüber habe ich mich auch letztens mit dem Zirkusdirektor unterhalten. Er spricht ja deutsch und so meinte er wortwörtlich zu meinem Auftritt:„Da hätte sich ja der Grock noch im Grab umgedreht“!
Grock? Grock ist eine Clownlegende! Unter Zirkusleuten ein bekannter Mann, teilweise auch „Der König der Clowns“ bezeichnet.
Charlie Chaplin hat viele von seinen Auftritten kopiert, das als Info für euch :)

Und so hat mir Anton Gasser, unser Zirkusdirektor, gleich ein Buch über Grock und sein Leben mitgegeben – das solle ich mir doch durchlesen :)
Nun habe ich also Lektüre für die nächste Zeit in meiner Hängematte :)




Und nuuuun: RING FREI für den krönende Abschluss dieses Rundbriefes!
Du bist interessiert an einem Eintritt in „Andreas´Schule für Hexerei und Zauberei“?
Willst dich aber zuerst von meinen Fähigkeiten überzeugen?
BRANDNEU FÜR DICH! DAS VIDEO MEINER ZAUBERSHOW!
LASS DICH FESSELN!





Ich grüße euch herzlich!
Andreas :)

PS: DAS ist mein Lieblingsfoto eines Fotoshootings während der Show :)