Samstag, 3. November 2012

Ein Lebenszeichen


 Nachdem ich die letzten 3 Wochen ohne Internet auskommen musste, (Ja so etwas gibt es selbst im Jahre 2012 noch) ist es jetzt endlich soweit: Ich bin zurück in der Zivilisation :)
Und glaubt mir, es gibt EINIGE Neuigkeiten :)
Aber ich fange natürlich zuerst da an, wo der letzte Rundbrief aufgehört hat:
Die Tage nach der Abreise von Michi habe ich weiterhin bei Marc verbracht.
Da seine Wohnung nicht weit vom Strand ist, waren wir mit seiner australischen Clique Beachvolleyball spielen. Direkt am Meer :)
Das hat seinen ganz besonderen Reiz, denn als sie letztens gespielt haben ist eine Delfinfamilie direkt an der Küste an ihnen vorbei geschwommen.
Hört sich traumhaft an, aber ich hatte zu dem Zeitpunkt schon andere Dinge im Kopf:
Alles in die Wege leiten, planen, dann telefonieren und schließlich die Zugfahrpläne studieren. Alles nur mit einem bestimmten Ziel!
Und dann war es endlich soweit! Der große Tag war gekommen:
Ich machte mich auf den Weg zu meinem neuen Arbeitgeber und sollte ihn ein erstes Mal mit meinen eigenen Augen sehen: 

SILVERS CIRCUS


 
Ihr fragt euch sicherlich wie das erste Zusammentreffen war?!
Ich werde euch die Geschichte erzählen:
Es war einmal, an einem schönen und sonnigen Tag in Australien. Ein kleiner Junge namens Andreas..



STOP.
Ich habe es mir gerade anderes überlegt :)
Da ich mir bislang nur einen kleinen Eindruck verschaffen konnte, will ich jetzt noch nichts vorweg nehmen!
Ich will schließlich nicht die Spitze des Eisberges erzählen und den großen Teil außen vor lassen – Nein:
Ich werde euch alles erzählen. An einem Stück.
Vom ersten Zusammentreffen und meinen ersten Eindrücken bis zum kennen lernen meiner „Zirkusfamilie“ und schließlich den Beginn meines Nomadenlebens :)
Aber ich will euch noch eine Weile auf die Folter spannen. Im nächsten Rundbrief wird es soweit sein. Kein normaler Rundbrief, nein.
Ich nenne ihn hiermit feierlich:

DEN ZIRKUSRUNDBRIEF

Macht euch auf was gefasst!

So viel sei schon jetzt gesagt: Ich habe eine überaus spannende Einführung in meine Arbeit bekommen und dann ging der Zirkus seine wohlverdienten 3 Wochen „Betriebsferien“.
Die einzig freie Zeit der Artisten und Künstlern im kompletten Jahr – es wird sonst permanent durchgearbeitet!
Das trifft sich sehr gut: Ich hatte jetzt einen Einblick in das Zirkusleben und dann erstmal Zeit meine ersten gesammelten Erfahrungen zu verarbeiten! :)

Aber zunächst hieß es nochmal: Ran an die Arbeit!
Wir haben den kompletten Zirkus zusammengepackt und plötzlich standen da riesige Trucks, beladen mit der großen Bühne, den Sitzreihen des Publikums und dem Zelt und dazu natürlich noch jede Menge Wohnwägen – eben die kompletten Utensilien eines Zirkus!


Ja, und dieses Bild zeigt nur einen kleinen Bruchteil der gesamten Fahrzeuge!
Da stellt einem sich die Frage: Wo kann man so etwas 3 Wochen lagern?
Kein Problem, no worries - Der Zirkusdirektor Anton Gasser nennt neben dem Zirkus auch eine rießige Farm sein eigen. Auf der zugehörigen Fläche kann man alles problemlos zwischenlagern.

Alle Zirkusmitarbeiter haben die Möglichkeit, die 3 showfreien Wochen auf dieser Farm zu verbringen! Die meisten Artisten nutzen allerdings die Chance um zu reisen und etwas Abstand zum Alltag zu bekommen!
Der Sohn des Zirkusdirektors und ebenso Artist, Dominik Gasser, ist beispielsweise gerade in Europa unterwegs und wird sich sogar zeitweise in Deutschland aufhalten! :)

Da auch ich nun zur Zirkuscrew gehöre, hat man mir vorgeschlagen, die 3 Wochen auf der Farm zu verbringen!
Ich hatte noch nicht viel von besagtem Ort gehört und wusste somit nicht, was mich dort erwartet.
Aber ich hatte die Chance einige Zirkusmitarbeiter und ihren „way of life“ außerhalb der Shows näher kennen zu lernen und so nahm ich die Herausforderung an und sagte zu.
Es stellte sich heraus, dass 4 weitere Zirkusmitarbeiter dort ihre Ferien verbringen werden und so begann unsere Zeit auf einer Farm nahe Gisborne.
Da es hier jede Menge Arbeit zu tun gibt, hat es sich für mich angeboten, meine Reisekasse etwas aufzufüllen :) So war ich also die 3 Wochen auch beim Zirkusdirektor angestellt.

Ich muss zugeben dass ich zunächst etwas geschockt war:
Die Farm lag sehr abgelegen auf dem Land und war somit komplett ohne öffentliche Verkehrsanbindung.
Also erstmals weg vom touristischen Australien und weg vom Trubel der Großstädte.
Mich erwartete ein einfaches Leben auf einer einsamen, australischen Farm.

Mein erster Eindruck nach der Ankunft war, dass es vielleicht doch etwas zu einsam für meinen Geschmack ist.
Und ich muss ehrlich sein: Ja, ich war sogar etwas enttäuscht.

Aber in der Ruhe hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und so konnte ich mich glücklicherweise nach dieser ersten Enttäuschung schnell auf das Besinnen, was wirklich zählt. Mir wurde klar:

Der Zirkus stellt mir hier alles, was man zum Überleben braucht:
Genügend zu Essen und Trinken und ein Dach über dem Kopf.

Es stellte sich eine erste Zufriedenheit ein.
Aber damit nicht genug: Mit der Zeit konnte ich plötzlich ganz neue Erkenntnisse gewinnen und es fiel mir wie Schuppen von den Augen:

Ich habe sogar viel mehr als nur das, was man zum Überleben braucht!


Beispielsweise muss ich mein Zimmer nicht mit anderen teilen, was nicht viele Backpacker von sich behaupten können :)
Oder: Am Kühlschrank in unserer Gemeinschaftsküche darf ich mich immer bedienen!
Und Dank unserer Einkaufsfee Bruce ist dieser auch immer gefüllt :)
(Gut, vielleicht bin ich der Einzige, der den knorrigen Bruce mit seinen 65 Jahren Lebenserfahrung eine „Fee“ nennt, aber eigentlich hat er sich das doch verdient :))

Ja, ich könnte diese Liste noch eine Weile weiterführen, aber zusammenfassend kann ich sagen:
Plötzlich konnte ich meine Lage überhaupt begreifen und lernte Dinge zu schätzen, die sonst für mich leider selbstverständlich waren.
Bisher war mir das so nicht möglich: In Deutschland genießen wir einen großen Luxus und so vieles ist im Überfluss vorhanden.

Aber in meiner Zeit auf der Farm offenbarte sich mir eine sehr wertvolle Erkenntnis, die ich gerne mit nach Hause nehmen will:

Man braucht nicht viel, um etwas aus seinem Leben zu machen!

Hier auf der Farm gibt es kein Fernsehen. Keine Medien zur Bespaßung, nein.
Aber ich habe einen funktionierenden Kopf, dem keine Grenzen gesetzt sind.
Und mit ein wenig Kreativität kann man Ideen entwickeln und aus den einfachsten Sachen interessante Dinge machen!

Rezept gegen Langeweile für Jedermann

Zutaten:
            -funktionierender Kopf mit Gehirn (Größe spielt keine Rolle)
            -eine Prise Kreativität
            -Zeit, die subjektiv gesehen als „Langeweile“ bezeichnet wird

Man nehme zunächst diesen Kopf und gebe ihn zusammen mit der Kreativität in eine große Schüssel. Anschließend gut verrühren und das Ergebnis eine Zeit lang stehen lassen, damit sich die Kreativität entfalten kann.
Dieser Arbeitsschritt kann in regelmäßigen Zeitabständen solange wiederholt werden, bis die komplette Kreativität verbraucht ist.
Mit etwas Geduld ergeben sich dann beste Ideen, die jedoch je nach Person recht unterschiedlich ausfallen können.
Jedoch führen sie in den meisten Fällen zu einer super Beschäftigung und lassen nicht-enden-wollende-Tage wie im Flug vergehen!

Exptertentipp: Ein sehr positives Resultat erzielt man, wenn man den Fernseher komplett weglässt!
Sollte es in ihrem Falle unverzichtbar sein, dann jedoch höchstens in Maßen zugeben.



Erfahrungen von Testperson Andreas (Gehirngröße: Keine Angaben)
Zunächst wusste ich gar nicht, was ich mit meiner vielen Zeit anfangen sollte. Dann plötzlich bin ich auf dieses Rezept gestoßen und es hat so vieles verändert.
Mein gesamter Tag verläuft sehr kurzweilig!
Das fängt schon morgens beim Frühstück an: Wenn ich mir Pancakes mache vergeht die Zeit wie im Flug: Ich suche ich die Herausforderung und trainiere fleißig um den Pancake in der Luft zu wenden, ohne dass er aus der Pfanne fällt! Ich mache das Kochen zu einem Fest! Auch im weiteren Tagesablauf mache ich nun viele alltägliche Dinge zu etwas besonderem!
Beispielsweise versuche ich mich als Jongleur. Mit Äpfeln. Da ist die Motivation größer keinen fallen zu lassen, weil ich sie schließlich nach meiner Trainingsstunde esse!
Ich bin absolut begeistern und kann das Rezept nur jedem weiterempfehlen es mal auszuprobieren!


Okay, Schluss mit dem Erfahrungsbericht. Ich hoffe ich konnte euch mein Denken mit meinem anschaulichen Rezept und Testbericht etwas näher bringen :)
Ja, auch beim Rundbrief schreiben lasse ich meiner Kreativität freien Lauf und es bereitet mir große Freude – schöner Zeitvertreib :)

Ach, und euch interessiert sicher, wie ich meine Zeit hier sonst verbringe, wenn ich nicht gerade mit Äpfeln jongliere oder Pancakes durch die Küche katapultiere!
Pass auf: Hier ein Einblick in meinen Tagesablauf auf der Farm:

Mein Wecker klingelt um 8 Uhr. So kann ich mir Zeit lassen beim Aufstehen und wenn mich der Hunger überkommt werfe ich ein Blick in unseren Kühlschrank der Gemeinschaftsküche, was Bruce so Leckeres eingekauft hat :)
Um 9 Uhr geht meine Arbeit los! Zusammen mit Bruce bringe ich die Farm auf Vordermann: Ich mähe den Rasen mit einem so genannten „Whibble Snipper“, ein motorisiertes Handmähgerät!
Dann schneide ich die Bäume, füttere nebenher unerlaubterweise die Ziege und ich muss sagen:
Ich entdecke hier meinen grünen Daumen! Bislang hat er sich 19 Jahre gut versteckt, aber jetzt habe ich ihn wohl entlarvt :)
Um 12 Uhr wird dann eine Stunde Mittagspause gemacht und dann wird wieder bis ca. 15 Uhr gearbeitet – also zusammenfassend ca. 5 Stunden Arbeitszeit pro Tag.
Den restlichen Tag habe ich Zeit für mich! Und diese Zeit schätze ich sehr und ich nutze sie für viele Dinge, die sonst im stressigen Alltag zu kurz kommen :)
Ich habe Zeit um Musik zu hören und Liedtexte zu studieren, mein Reisetagebuch schreiben und was besonders empfehlenswert ist: Bilder der letzten Jahre ansehen und die Erlebnisse noch mal im Kopf genießen. Außerdem habe ich hier Zeit, um mir Gedanken zu meinem Leben und meiner Persönlichkeit zu machen. Und welches Studium wohl am besten dazu passt. Oft unterhalte ich mich auch mit den anderen Zirkusmitarbeitern über ihre jeweilige Geschichte und lerne sie so näher kennen.
Und was ich sehr gerne mache: Ich lasse mir ganz viel Zeit beim Kochen und Essen! Man genießt das Essen so viel bewusster!
Damit ich trotz des Genießens fit bleibe trainiere ich hier außerdem viel :)
Ach, und etwas sehr interessantes habe ich noch vergessen: Ich mache Erkundungsrunden durch das riesige Farmgelände!
In einer Scheune habe ich bereits ein Motorboot entdeckt, das der Zirkusinhaber Anton von seiner Frau einfach mal zu seinem Geburtstag bekommen hat – verrückt.
Aber es bieten sich noch eine Menge viel interessanterer Dinge an: Der „Silvers Circus“ hat eine lange Tradition, wurde 1946 gegründet. Und die ganzen alten Utensilien aus früheren Zeiten werden hier auf der Farm gelagert: Die Scheunen sind gefüllt mit alten Zaubererumhängen, alten Werbeplakaten, Einrädern und ich habe sogar schon eine alte Kanone entdeckt, mit der früher Personen durch die Manege geschossen wurde :)
Unglaublich interessant, was man hier alles findet :)
Und hier auf der Farm hier stehen auch sämtliche alte Fahrzeuge des Zirkus – teilweise 30 Jahre alt.
Rostige Trucks mit denen früher das Zelt transportiert wurde, alte Wohnwägen der früheren Artisten und auch die Wägen, in denen die Tiere früher gehalten wurden. Ich habe bereits den alten Löwenkäfig entdeckt. Dieser steht nicht weit entfernt von meinem Wohnwagen :)
Auch einen Affenkäfig gibt es hier. Zu dem habe ich mich sofort hingezogen gefühlt, wie unschwer zu erkennen ist.

Ironischerweise passt mein braunes St.Pauli-Trikot optimal zu dem Affenbild :)

Dann habe ich mich schlau gemacht, was der Zirkus sonst für Tiere in seinen Shows hatte.
Zum Repertoire gehörten wie bereits erwähnt Löwen und Affen aber auch russische Braunbären, Kamele, Lamas, Pferde, Stiere und Elefanten! Also wirklich das volle Programm.
Doch vor einigen Jahren hat die australische Regierung einige Gesetze zur „Freiheit der Tiere“ geändert!
Auch der Silvers Circus hat im Laufe dieser Reform seine Tiere nach und nach abgeschafft und ist nun fast ein rein artistischer Zirkus mit menschlichen Darstellern!
Ich persönlich halte auch nichts von Tiervorführungen und so begrüße ich das sehr :)

Ach, wo wir gerade bei Tieren sind:
Hier auf der Farm wurde ich schon mehrfach vor großen giftigen Spinnen und Schlangen gewarnt. Die treiben hier ihr Unwesen und ich sehe schon, wie vielleicht DU in genau diesem Moment deine Finger in den Schreibtischstuhl krallst!
Spinnen sind mir bereits einige begegnet, tot und lebendig. Das Exemplar auf dem Foto haben wir in einem Container entdeckt. Nach reiflicher Überlegung sagte mir mein  kriminalistischer Spürsinn, dass sie vermutlich in Folge einer irreparablen Fußverletzung gestorben ist. Zu diesem Schluss kommt man relativ leicht, wenn man den hinteren Part der Spinne betrachtet: Die Körperextremität weist eine unnatürliche Stellung auf!

Genug der Witzelei! Ach ja: Bislang hatte ich noch nicht die Ehre eine Schlange zu treffen! Darf wegen mir auch gerne so bleiben :)

Und noch etwas Positives möchte ich erwähnen: Mein Wohnwagen wird natürlich ebenso zur nächsten Station des Wanderzirkus transportiert und so werde ich auch während der Spielzeit hier wohnen können!
Aus dem Grund konnte ich mich schon häuslich einrichten und so ziert jetzt ein Foto der Familie Schaible mein Zimmer! Direkt über meinem Bett :)
Und da ich hier zusätzlich zur Gemeinschaftsküche meinen eigenen Kühlschrank habe, habe ich im Supermarkt zugeschlagen und mich mit australischen Süßigkeiten eingedeckt.
Aber pssst, nicht den anderen Mitarbeitern erzählen! Die sind nur für mich J

So und jetzt neigt sich der Oktober dem Ende zu und die Artisten reisen nach und nach wieder an. Das heißt:

IT´S SHOWTIME!


Grüße aus dem Wohnwagen!
Andreas


Mittwoch, 3. Oktober 2012

SYDNEY & THE OPERA HOUSE



Jetzt sind wir also angekommen. Unsere dritte Millionenstadt: Das glamouröse SYDNEY!
Und als kleine Info zwischendurch: Australien erwacht aus dem Winterschlaf und ich erlebe hier wortwörtlich meinen zweiten Frühling (innerhalb des Jahres 2012) und bin fast schon so schön braungebrannt wie der Schlawiner Mario Balotelli!
Den kennt ihr noch von der EM :)


Zurück zum Thema: Kaum hat unser Flugzeug den Boden von Sydney berührt haben wir bereits unser Gepäck im Hostel deponiert und uns dann sofort auf den Weg gemacht! Angefangen bei den Vorzeigewahrzeichen wie dem Opera House und der Harbour Bridge hat diese Stadt so einiges zu bieten!




Und besagtes OperaHouse haben wir dann direkt unsicher gemacht und erkundet!
Habe mich fast gefühlt wie das „Phantom der Oper“ weil ich an allen Ecken gleichzeitig war um auch wirklich alles anzuschauen :)
Wir hatten eine Führung und konnten so Räume in der Oper begutachten, die einem sonst verborgen bleiben und sind jetzt informiert, wie es zu der besonderen Form des Hauses kam!
Am darauffolgenden Tag haben wir die Harbour Bridge erobert und den Weg über die Brücke zu Fuß zurückgelegt! Dann kurz den historischen Moment genossen, als ich den Fuß auf der anderen Seite aufgesetzt habe aber dann direkt wieder zurück :)
Dann haben wir uns ein Ticket der sogenannten „Monorail“ besorgt. Dies ist eine Bahn die über den Häusern von Sydney und dem Verkehr ihre Runden dreht und man somit optimal die Gegend erkunden kann. Auf ihrer Tour fährt sie sogar über das Wasser am Hafen.


Bereits ein interessanter Start hier in Sydney, aber es sollte noch besser kommen:
Die folgenden 24h nennen Michi und ich nur noch liebevoll „den GROßEN Tag“.
Wir schreiben den 29.September 2012.
Australier fiebern seit einer gefühlten Ewigkeit diesen Tag herbei: Das große Finale der Footballsaison.
Seit unserer Ankunft tagtäglich Menschen im Outfit ihres Lieblingsvereins in den australischen Straßen. Plakate, Fahnen, Poster – allzeit präsent.
Doch Woche für Woche verabschieden sich immer mehr Teams aus dem Footballcup und es kristallisierten sich die zwei besten Teams heraus:

Melbourne gegen Sydney.

Melbourne bereits gesehen, Melbourne bereits erkundet. Aber zum Zeitpunkt des großen Spiels befinden wir uns in Sydney.
So wurde das Spiel in einem australischen Pub zwischen Anhängern der „Sydney Swans“ verfolgt. Allerdings liegt deren letzter Sieg bereits 7 verflixte Jahre zurück und die Presse hat sie schon vor dem Spiel als großer Außenseiter dargestellt.
Doch was sagen Statistiken schon aus? Wenige Minuten vor dem Ende sind die Swans sogar in Führung. Wie sagt man: Totgesagte leben länger.
Melbourne kämpft sich ran aber eine Minute vor Schluss fällt der entscheidende Treffer für die Swans. Unbändige Emotionen im Pub und Michi und ich mittendrin. Mitgejubelt und mitgefeiert – wir konnten unser Glück kaum fassen:
Die Swans holen den Titel innerhalb unseres viertägigen Sydney Aufenthaltes!
Und bieten uns die Chance, australische Emotionen live mitzuerleben :)
Den Autokorso zelebrierten sie nicht nur die Zeit direkt nach dem Spiel, sondern selbst mitten in der Nacht machten sie noch die Straßen unsicher!

Das war aber nur der Anfang von unserem „GROßEN Tag“:
Ich habe meinen Reiserucksack geplündert um mich so mit meinem schicksten Outfit auszustatten. Ich habe mich richtig rausgeputzt und dabei sogar meinen treuen Begleiter abgenommen: Meinen Bart.
Ihr fragt euch: Wozu der Aufwand? Etwa ein Vorstellungsgespräch? Oder ist er gar verliebt?
Nein.
An diesem Abend war Aufführung eines Stückes von Giuseppe Verdi. Seine Oper AIDA im OperaHouse in Sydney. Und Michi und ich haben Karten!
Wir machten uns auf den Weg, voller Vorfreude und bahnten uns einen Weg durch die Menge zum Aufführungssaal.
3,5 Stunden purer Genuss und Unterhaltung.
In Sydney treten natürlich nur die Besten der Besten auf und so war jede Figur optimal besetzt. Ich konnte den Vergleich zur Ulmer Oper sehen und das war schon ein völlig anderes Niveau.


Während einer unserer Touren durch die Innenstadt von Sydney sind wir über etwas besonderes gestolpert: Plötzlich war die komplette Straße blau-weiß geschmückt. Wir haben MITTEN IN SYDNEY eine deutsche Kneipe entdeckt, die pünktlich zum deutschen Oktoberfest auch hier eines veranstaltet. Natürlich haben wir uns das nicht entgehen lassen. Drinnen gab es original Blasmusik und eine deutsche Speisekarte mit „Hendl und Haxn“!
Sachen gibt’s!
Ich muss sagen, bei dem deutschen Essen wurde ich schon etwas wehmütig.
Aaaaber der Schmerz währte nicht lange: Am Montag sind wir dann direkt per Flugzeug zurück nach Melbourne um uns hier ein bisschen über das verlorene Footballfinale lustig zu machen :)
Nein, wäre zu riskant: Da verstehen die Australier keinen Spaß und so haben wir hier bisher lieber noch kein Wort über das Spiel verloren!
Hier kommen wir derzeit bei Marc Schnekenburger unter. Das ist der Arzt von dem ich euch bereits berichtet habe!
Und heute heißt es:
Time to say goodbye.
Michi wird nach 3,5 Wochen Urlaub hier seine Heimreise antreten.



Danke, Michi, für die letzten 3 Wochen und die unvergesslichen Erlebnisse.



Jetzt bricht ein neues Kapitel in meiner Reise an und der Start wird, wie schon vor 3,5 Wochen, in Melbourne sein!

Ich habe bereits etwas Spannendes in meiner Planung, aber ich möchte nicht zu viel verraten! Näheres dazu im nächsten Bericht!

LET´S GO!


Herzlichst und voller Tatendrang grüßt dich
Andy

PS: Schau in der Rubrik "Bilder" vorbei, ich habe neue Aufnahmen hochgeladen!


Donnerstag, 27. September 2012

GREAT OCEAN ROAD!



Wie bereits im letzten Bericht erwähnt: Wir haben uns in Melbourne ein Auto gemietet und haben uns so auf den Weg gemacht, die Great Ocean Road zu bestreiten.



Dies ist eine Straße, die direkt an der Küste verläuft, hier rot eingezeichnet. Auf Straßenschildern ist sie als B100 ausgewiesen. Beachtlich ist: Was hier wie eine kleine Tour aussieht, war gigantisch lang. Wir haben ca. 1200km hingelegt!

Auf dieser B100 sind steile Klippen, Strände, Wellen und die große Weite des Meeres vereint. Dabei durchläuft die Straße mehrere Orte und zarte Dörfchen.
Da wir mit unserem Auto komplett unabhängig von öffentlichen Verkehrsmitteln waren, konnten wir so die größtmögliche Freiheit genießen!
Bemerkenswert ist, dass auf australischen Straßen Linksverkehr herrscht – auch am Kreisverkehr wird somit „links gedreht“. Klingt komisch, ist aber so :)
Zurück zum Thema: Michi und ich machten uns also auf den Weg auf diese sagenumwobene und in jedem Reiseführer erwähnte GREAT OCEAN ROAD und ließen uns überraschen, was sich hinter diesem Begriff verbirgt.
Die erste Stadt die sich auf unserer Strecke befand, nannte sich Torquay. Diese Stadt ist die absolute Surfermetropole des Landes, es bieten sich größte Wellen und so sind ungefähr IMMER Surfer unterwegs. Da „Quiksilver“ hier gegründet starteten wir dem Outletshop einen kurzen Besuch ab :) Auch andere Sufermarken wie „Billabong“ und „Ripcurl“ sind hier zuhause, aber das nur am Rande.
Nach dem kurzen Zwischenstopp waren wir innerhalb kürzester Zeit am berühmt berüchtigten „Bells Beach“. An diesem Strand werden des öfteren Filme gedreht und auch wir ließen uns deshalb die Kulisse nicht entgehen und starteten kurzerhand spontan ein Fotoshooting am Strand. Könnt ihr an Heidi Klum weitergeben, dass sich hier gute Bilder machen lassen :)


Dann fuhren wir weiter dem Laufe der B100 entlang, und wenn uns ein Ort gefallen hat, haben wir angehalten und kurz die Gegend erkundet. Dann suchten wir uns entweder ein Quartier für die Nacht, liefen am Strand entlang, tranken nur einen Kaffee oder zogen doch noch eine Station weiter. Je nach Lust und Laune.
So nahm die Zeit ihren Lauf und die nächsten Tage machten wir ein Frühstück direkt am Strand, oder bestiegen den Leuchtturm im südlichsten Eck dieser Küste.
Über Treppen gelangten wir bis ganz nach oben und hatten so eine Aussicht auf das komplette Meer und die angrenzenden Klippen – amazing.
So ging die Reise weiter und wir sahen das meistfotografierteste Objekt Australiens, also DIE Sehenswürdigkeit des Landes: Die "12 Apostel"!
Es ist eine Felsformation mitten im Meer und ist auf sämtlichen Broschüren und Flyern zu sehen. Und wir konnten sie ihn Augenschein nehmen, was wir auch ausgiebig gemacht haben :) Ich denke wir haben den Vorsprung der „12 Apostel“ als meistfotografiertes Objekt noch um einiges ausgebaut.


Zurückblickend auf die gesamte Great Ocean Road muss man sagen: Das Bemerkenswerte war, wie vielfältig die Szenerie auf dieser Strecke ist und sich dabei innerhalb von kürzester Zeit die komplette Landschaft ändert.
Zum Start hatten wir zunächst die Straße direkt am Meer und steile Klippen.
Als wir dann die Great Ocean Road für einen kurzen Trip Richtung Süden und zum Leuchtturm verließen, bot sich uns allerdings wieder ein komplett anderes Bild: Wir waren nun angekommen im australischen Busch und links und rechts der Straße waren nur Eukalyptusbäume und sonstige Sträucher zu sehen. Natürlich nicht zu vergessen: Straßenschilder, die vor Kängurus und Koalas warnten.
Michi und ich schlossen eine Wette ab und so suchte mein wachsames Auge fleißig nach Koalas am Wegrand. Wer den ersten sieht, gewinnt die Wette.
Wer gewonnen hat möchte ich unerwähnt lassen, aber es sei gesagt: Es hat jemand gewonnen. Sprich: Koalas bekamen wir in freier Wildbahn zu sehen. Und nachdem man einen Blick für sie entwickelt hat sieht man sie in großer Zahl wie Teddybären auf Bäumen sitzen. Da stiegen wir aus und sahen sie uns aus der Nähe an!
Auch Kängurus blieben uns nicht verborgen, aber da wir nicht die Gebrüder Klitschko sind und uns keinen heißen Boxkampf liefern wollten blieben wir lieber im Auto :)
Zurück auf der Great Ocean Road bot sich bereits die nächste Szenerie: Michi und ich durchquerten eine ländliche Gegend, die du dir folgendermaßen vorstellen kannst: Einsame Landstraße. Hin und wieder ein Jeep auf der anderen Straßenseite, sonst kaum Verkehr. Viele Farmen und ab und an sieht man eine australische Flagge im Wind wehen, die eine Hauseinfahrt kennzeichnet. Das restliche Umfeld zeichnet sich durch große Weideflächen aus, auf denen Kühe und Schafe vereinzelt ihre Zeit vertreiben.
So stellt man sich Australien vor!



Mit Sonnenbrille und lässiger Musik aus meinem Ipod genossen wir so die Sonnenstrahlen, die während der Fahrt ins Auto fielen, und die gesamte Situation: Freiheit.
Dieses Gefühl ist nicht in wenigen Worten zu beschreiben, aber um dich ein wenig teilhaben zu lassen, habe ich mir etwas überlegt:
Anleitung: Lehn dich in deinem Stuhl zurück, setz deine Sonnenbrille auf, entspann dich und stell dir vor du sitzt in unserem Auto. Und nun der wichtigste Teil: Genieße das Lied der Band „Radical Face“ bei mäßiger Lautstärke.

Der Song „Welcome home“ begrüßte mich in meinem neuen, vorübergehenden Zuhause: Australien!
Ach, und bevor ich es vergessen: Zurückblickend auf diesen 3-Tages-Trip kann ich euch berichten: Diese Straße hat sich den Namen „GREAT“ redlich verdient.

Nach der Great Ocean Road machten wir uns auf den Weg zu unserer nächsten Millionenstadt: Adelaide.
Je weiter wir fuhren, desto mehr ging die Szenerie in ländliche Gegend über. Das Meer war nicht mehr zu sehen, aber auch kaum Bäume, Berge oder Städte.
Sondern große, unendliche Weite. So weit das Auge reicht.
Und eine Menge makelloser, kleiner Hügel. Zart und von Gras bedeckt.
Ich muss sagen: Wenn mich aus der Sonne noch ein winziges Babygesicht angestrahlt hätte, dann wären wir endgültig im Land der Teletubbies angekommen.
Und ja, du hast richtig gehört. Ich meine wirklich die Kinderserie aus dem Fernsehen!


Während unserer Fahrt Richtung Adelaide durchquerten wir eine halbe Zeitzone. So etwas gibt es und so stellten wir unsere Uhr eine halbe Stunde zurück. Also zeitlich näher an der Heimat – nur noch 7 Stunden und 30 Minuten Zeitunterschied zu Baustetten.
Kurz vor unserer Ankunft in Adelaide bekamen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang direkt aus dem Auto aus zu sehen. Wir fuhren sozusagen der Sonne entgegen :)


                                                                                                        

Michi hat Verwandte in Adelaide. Allerdings sind sie und er sich noch nie begegnet, er hatte nur einen Zettel mit der Adresse – und die netten Verwandten wussten nichts von unserem Besuch.
So machten wir uns auf den Weg: Michi am Steuer und neben sich ein zuverlässiges Navigationsgerät (Diesen Job übernahm ich mit einer Straßenkarte von Adelaide :) )
Straße um Straße, Kreuzung um Kreuzung, dann war die Haustüre in Sicht.
Klingel gedrückt. Kurz gewartet. Dann die große Begrüßung und ich hatte die Ehre mit dabei zu sein – war schon ein bewegender Moment bei so einer Begegnung teilhaben zu dürfen.
Dann haben wir uns die Innenstadt angesehen und die Sonne am Strand in vollen Zügen genossen!
Ich muss sagen: Hier in der Adelaider Innenstadt fühlt sich selbst ein alter „Saustetter“ sauwohl (Für Nichtbaustetter: Es gibt mehr Schweine als Einwohner, Anm. d. Red.) :)


Aber ich werde hier keine Schweinefarm eröffnen, denn heute geht bereits unser Flieger Richtung Sydney – unserer nächste Station!
Auf der Karte vom Beginn ist diese Reise bereits als blauer Pfeil eingezeichnet!
Von dort aus wird es dann wieder nach Melbourne gehen, aber das ist noch lang hin – trotzdem bereits markiert! :)
Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Sonnige Grüße!
         Andy

Dienstag, 18. September 2012

ALFRED HOSPITAL - EMERGENCY ROOM



Eigentlich war mein nächster Eintrag erst nach der „Great Ocean Road“ angesetzt, aber dieses Ereignis möchte ich euch nicht vorenthalten – somit eine Sonderausgabe


Nachdem ich Marc Schnekenburger bereits von der Galileoreportage (Siehe Blogeintrag vom 18.9.2012) gekannt habe, war es heute schon interessant, ihn persönlich kennenzulernen.
Er arbeitet jetzt im Alfred Hospital in Melbourne und so hatten wir dort die Möglichkeit ihn zu treffen!




 
Das erste Spektakel fanden wir allerdings schon vor dem Betreten des Hospitals vor: Über der Straße vor dem Hospital verläuft ein rießiges brückenartiges Gebilde: Diese Plattform bietet Landemöglichkeit für bis zu 5 Hubschrauber und das direkt über dem täglichen Verkehr der Straße.

Dann durfte ich Marc kennenlernen und auch Michi freute sich: Es war sozusagen „das große Wiedersehen“ der Beiden nach langer Zeit.
Nach unserer Begrüßung hatten wir dann mit seinem Ausweis Zutritt zum Mitarbeiterraum, wo wir mit Funktionskleidung ausgestattet wurden.


Unserer Erkundungstour durch das Hospital stand somit nichts mehr im Wege.
Da sämtliche lebensgefährlichen Unfälle aus der gesamten Umgebung in dieses Hospital geflogen werden, sind die Räumlichkeiten dementsprechend rießig und optimal ausgestattet, in vielen Dingen selbst besser als in Deutschland. Das Bild oben entstand in einem der acht Schockräume.
Deutscher Standard sind 1-2 dieser Räume; also eine unglaubliche Anzahl.
In diesen sog. „Schockräumen“ werden schwerere Verletzungen, eventuell mit tödlicher Folge, eingeliefert und hier beraten sich die Experten aller Fachrichtungen über die weitere Behandlung.
Auch hatten wir kompletten Einblick in die weitere Notaufnahme. Während unseres Aufenthaltes fand eine Einlieferung mit dem Rettungswagen statt und wir durften bei der kompletten Aufnahme und ersten Behandlung Zeuge sein.
Die Krankenschwester erklärte uns, wie die Kommunikation schon während der Fahrt mit dem zuständigen Rettungswagen funktioniert und Daten ausgetauscht werden.

Ich persönlich hatte schon einen Einblick in die Arbeit eines deutschen Krankenhauses, da ich ab der 12. Klasse selbst Krankenwagen fahre.
Die Arbeit in einem australischen Hospital funktioniert jedoch in vielen Teilen völlig anders als in Deutschland. Jedoch nicht im negativen Sinne: Auch mein Reisepartner Michi, Arzt in Deutschland, war in vielen Dingen positiv überrascht oder gar überwältigt.

Als wir das Hospital wieder verlassen haben war in diesem Moment ein Rettungshelikopter im Anflug. Von der Straße konnten wir den Landevorgang beobachten aber da wir unsere Funktionskleidung schon abgelegt hatten konnten wir bei der Aufnahme nicht mehr teilhaben.

Dann sind wir mit Marc in ein Melbourner Café, wo wir noch eine Menge Zeit verbracht haben. Wie es bislang aussieht haben wir nun die Möglichkeit nach unserer bevorstehenden Tour über die Great Ocean Road noch ein paar Tage bei ihm zu wohnen, wäre sicherlich interessant.
Alles in allem muss ich sagen: Klasse Erfahrung und klasse Bekanntschaft.

So, aber jetzt noch ein kurzes Update der letzten Tage:
Wir wohnen, wie bereits erwähnt, seit Freitag im Herzen Melbournes bei Shayne.
Mein aktueller Schlafplatz ist somit das Wohnzimmer einer original australischen WG!
Selbst die Nacht hier ist etwas australisch: Possums treiben bei Nacht ihr Unwesen vor unserem Haus. Diese Tiere sind eine Nummer größer als eine Ratte und leben hier in freier Wildbahn. Kaum zu beschreiben was hier los ist, wenn sie ordentlich Rabatz machen!




Und damit noch nicht genug vom „australian way of life“:
Voller Stolz darf ich seit heute berichten: JA, ich weiß wie Känguru schmeckt.
Kurz zusammengefasst: Es schmeckt sehr interessant, nicht vergleichbar mit dem üblichen Fleisch aus Deutschland J
Ich glaube, ich habe da eine deutsche Marktlücke entdeckt! Das wäre sicherlich ein Verkaufsschlager und habe ich heute bereits Pläne geschmiedet: Sollte mir während dem Studium langweilig werden, werde ich auf jeden Fall ein Gourmetrestaurant in Deutschland eröffnen.
Kängurufleisch ist das, worauf die Welt gewartet hat!
Gut. Genug gewitzelt für diesen Bericht – Spaß beiseite.

Denn: Es gibt noch weitere aktuelle Neuigkeiten und Meilensteine in meiner Planung: Meine australische Steuernummer hat erfolgreich die Behörden durchlaufen und auch mein Bankkonto hier ist nun komplett einsatzbereit!
Was natürlich auch brandaktuell ist: Ich habe bereits eine australische Handynummer! 
Ich darf hiermit feierlich verkünden: +61498221988
So, kurze Anleitung:
  1. Speichern
  2. Super Nachricht mit interessanten Neuigkeiten an diese Nummer senden.
  3. Gliederungspunkt 2 sollte wöchentlich wiederholt werden.

Relativ unkomplizerte Anleitung, für auftretende Fragen bin ich jederzeit offen.

Und noch kurze Zwischeninfo: Ich weiß derzeit nicht, wann ich das nächste mal Internetzugang habe, da wir ab morgen auf der Great Ocean Road unterwegs sein werden.
Haben nun ab morgen ein Auto gemietet und werden uns mal auf die Suche nach Skippy dem Buschkänguru begeben

Greetings from down under!
      Andy

Montag, 17. September 2012

Erste Nachricht aus DOWN UNDER!

Das Wichtigste gleich zu Beginn:
Ich bin heil und sicher angekommen.
Das ist nicht ganz so selbstverständlich wie ihr vielleicht denkt - ich habe letztens von einem Backpacker gehört, dessen Rucksack nicht auf dem Gepäckband aufgetaucht ist und er jetzt mit einem kleinen Bruchteil seiner Ausrüstung dasteht.
Damit kommt er nicht sonderlich weit und falls das Gepäck nicht die nächsten Tage auf wundersame Weise auftaucht, dann wird sein Trip sehr schnell beendet sein, wie er selbst meint.

Schockierender Einstieg, aber jetzt:
Back to topic und den guten Dingen des Lebens!
Ich bin mit einem Freund, Michi, angereist und er wird hier gute 3 Wochen Urlaub machen.


Bei hier frühlingshaften Temperaturen haben wir bereits die ersten Tage Melbourne erkundet und es hält, was es in Reiseführern verspricht:
Eine wunderschöne Stadt, voll mit Wandmalereien und spektakulären Bauten. Bekannt ist sie auch für Theaterspieler, Musiker, Maler und Artisten aller Art, die diese Stadt ihr zuhause nennen.

Und jetzt die große Quizfrage: Wer darf bei einer solchen Runde natürlich nicht fehlen? Ich habe mir überlegt dem Gewinner des Rätsels vielleicht einen TimTam, australische Süßigkeit, von meiner Reise zu bringen.
ABER: Des Rätsels Lösung ist: natürlich EIN ZIRKUS.
So, dann werde ich mir wohl nachher einen TimTam gönnen müssen und nebenbei eine Email an „meinen“ Silvers Circus schreiben, der seine Zelte hier ganz in der Nähe aufgeschlagen hat! Gut, vielleicht bin ich schon etwas besitzergreifend, aber das hat einen Grund: Bestimmt nehmen sie so einen "Reigschmeggta" gerne in ihre Zirkusfamilie auf, wenn ich ihnen einfach von Beginn an vertraut bin :)
Ja, da staunt ihr, was mir für „clevere“ Einfälle kommen :) Aber glaubt mir: so manch einen Masterplan schmiedet man auf einer Reise von 27h (in Worten: Siebenundzwanzig Stunden)!

Bis ich allerdings meinen Job im Zirkus aufnehme werde ich die Zeit nutzen den „australian way of life“ näher kennenzulernen.
Sportlich gesehen habe ich hier auf jeden Fall schon den besten Einblick:
DAS große Spiel des Jahres steht an: Finale in der
Footballliga und das gelobte Match steigt hier in
Blick aus dem 88.Stock des Eureka-Tower
Melbourne! (Nein, es handelt sich NICHT um
Fußball J). Dementsprechend dreht sich hier
derzeit alles um Football und auch Michi und
ich sind mittendrin statt nur dabei:
Public Viewing im Pub zählt in diesen Tagen
wohl zum Pflichtprogramm. Um diesem
Highlight noch den letzten Schliff zu geben        
wurde nebenbei ein typisch australisches Essen namens „chicken parma“ serviert!
Und was ich natürlich auch erwähnen möchte: In den ersten Nächten im Hostel durften wir die verschiedensten Charaktere und Persönlichkeiten kennenlernen – ganz wie es sich für Backpacker gehört!


Aber nun ein Ausblick, was mich die kommenden Tage erwartet:
Meine Reisepartner Michi ist Arzt und dessen damaliger Ausbildungskollege namens Marc Schnekenburger ist nach Australien ausgewandert und hat einen Job bei den "Royal Flying Doctors" aufgenommen.
Wer die "Royal Flying Doctors" sind und was sie machen ist ziemlich spannend. Das hat auch Galileo interessiert und so kam im Januar diesen Jahres ein Beitrag bei Pro7 über ihre Arbeit.
Wer sich dafür interessiert, den Beitrag kann man online ansehen:
Bei ca. 5 Minuten seht ihr Marc Schnekenburger das erste Mal.
Am Montag werden wir ihn treffen und ich bin gespannt was er zu erzählen hat. Vielleicht kann er mir mit seinen Erfahrungen neue Denkanstösse geben, da auch Medizin zur engeren Auswahl meiner Studienfächer zählt.

Im Laufe der kommenden Woche werden wir uns dann auf Tour begeben und es wartet die  „Great Ocean Road“ auf uns! Unter der Rubrik „Bilder“ auf meinem Blog findet ihr bereits einen ersten Eindruck, totally amazing.
Im Moment sind wir am überlegen, ob wir uns für die Reise einen Van mieten. Bis zu meinem nächsten Rundbrief werden wir uns entschieden haben und ich erzähle euch, was sich hinter der Great Ocean Tour verbirgt.
So. Das wars vorerst von meinen ersten Eindrücken und meinen Vorhaben!
Ich hoffe bei euch in Deutschland läuft alles gut und Angela Ferkel hat die Lage im Griff!
Nachtwanderung durch Melbourne
Lasst was von euch hören!

Cheers
Euer Andy alias Sepp!

Sonntag, 9. September 2012

Wir schreiben den 9.September. Tomorrow´s coming.
Kurze, oberflächliche Momentaufnahme:

            Familienfoto in der Tasche.
            Abschied gefeiert.
            Tränen geweint.
            Rucksack gepackt.
            Flugticket in der Hand.

"Ordentlich. Strukturiert. Gut vorbereitet der Junge, braucht er sich keine Gedanken mehr machen" - könnte man fast meinen.
PAH.
..ja, die nötigen Rahmenbedingungen stehen.
In meinem Kopf allerdings steht in diesem Moment noch nichts.
Keine Spur von Ordnung: Gefühle über Gefühle - Gedanken über Gedanken - Fragen über Fragen - sowohl positiver als auch kritischer Art - das volle Programm.
Und das alles vereint in einem kleinen Kopf, der in den letzten Tagen mehr unterwegs war, als dass er Zeit gehabt hätte, für Ordnung zu sorgen.
Da wartet man seit Monaten auf den einen Tag - und dann ist man für den Abschied trotzdem nicht vorbereitet.

Man kommt in manchen inneren Konflikt, ob die Dinge immer sinnvoll sind, die einen so umtreiben.
Gitarre doch einpacken? Hier lassen? In Australien eine kaufen?
Gibt es dort Rasierklingen von Gilette oder doch welche auf Vorrat mitnehmen?
Wie groß kann die Sehnsucht nach original "Kässpätzle aus dem Hause Oma Schaible" sein?
Können Clowns in Australien gute Witze erzählen?

Einiges konnte ich mittlerweile aus meinem Fundus an unbeantworteten Fragen streichen.
Ein großer Rest an Fragen bleibt weiter offen.
ABER: jetzt ist endgültig die Zeit angebrochen, in der Theorie keine Rolle mehr spielt - nein.
Es werden TATEN folgen! - sprich: Ich werde morgen meine 7 Sachen packen und mich auf den Weg zum Flughafen machen.
- Meine Fragen über Australien suchen eine Antwort.


Schön.
..aber dennoch bleibt ein innerer Konflikt..und ein Song, welchen diesen bis zur Perfektion beschreibt.
Hör dir das Lied an und verfolge gleichzeitig den Text. Gänsehaut vorprogrammiert.
Die beiden Links findest du hier:

Der Text

und

Hier das Lied